Der Hunger hinter dem Hunger

Geschichte

Mein Leben lang begleitet mich mein Hunger - ich habe das Gefühl, dass ich niemals satt werde. Wenn ich dann gegessen habe, habe ich oft so viel gegessen, dass mir schlecht war und ich erbrochen habe. Und ich hatte trotzdem noch Hunger. Genau dieser Hunger begleitet mich bis jetzt. Vielleicht ist es ja ein anderer Hunger, der gestillt werden möchte. Aber auch dass konnte ich mit langjährigen Therapien nicht herausfinden. Sich mit leckeren Dingen den Bauch zu füllen ist für den Moment so wunderbar: Ich fühle mich wohl, ich bin träge, ich kann mich gehen lassen und ich muss nicht funktionieren wie es andere möchten. Aber dieser Moment hält nicht an. Er kann nicht anhalten, weil dieser Zustand kein richtiges Leben ist. Ich kann aus anderen Gründen nicht so funktionieren wie es sein sollte. Wie man seinen Alltag meistert, wie man mit seinen Mitmenschen umgeht, wie man einfach sagt: "Ich bin ein vollwertiges Mitglied der Gesellschaft!". Ich habe viele Dinge in meinem Leben nicht geschafft. Vor allem schaffe ich es nicht abzunehmen und das Gewicht zu halten.

Nach einer Magenverkleinerung im Jahr 1997 hatte ich innerhalb von 14 Monaten 80 Kilogramm abgenommen. Ich habe aus Angst nicht gegessen; Angst, dass mein Magen platzen könnte. Und als ich mich mit meinem Gewicht von 70 Kilogramm sah, habe ich mich nicht erkannt. Es entwickelten sich seit der Operation Schwierigkeiten mit der Verdauung, was bedeutet, dass ich Nahrungsmittel, die längere Zeit verdaut werden müssen, öfters erbreche. Und dieser Zustand hält bis heute an.

Ich habe für mich etwas herausgefunden, was für mich sehr angenehm ist, und zwar Kekse, Schokolade und Kuchen, und bin heute fast da, wo ich früher war. Eigentlich habe ich viel Zeit, darüber nachzudenken, wie ich das alles in den Griff bekomme. Auch an vielen guten Ansätzen mangelte es mir nicht, doch leider bin ich schwach in dieser Beziehung.

Da ich psychisch Krank bin und Fibromyalgie habe musste ich jetzt die Rente beantragen. Ich halte mich für einen Jammerlappen und wünschte, ich hätte viel mehr Kraft und Stärke, um meine Probleme auf die Reihe zu bekommen. Natürlich möchte ich niemand anderem zur Last fallen, aber vielleicht ist dem einem oder anderem bekannt, wie es mir geht, und was ich damit meine.

Wird eines Tages vielleicht fortgesetzt...




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